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Nachts Part 1

Geerdet

Da, wo wir längst die Türen geschlossen hätten, neu aufzutun.


Geerdet bis auf die Fußversen. Ich stehe, um 3:36 an einem Platz, an dem ich mich erinnere. An einer Jahreszeit namens Frühling und die sprossenden Blätter, die langsam wachsen. sagen, dass der Wechsel, auf einer anderen Zeit bereit und unangekündigt klopft. Veränderungen nachzubringen, versprochen. Ich habe keinen Namen mehr. Ich trage alle Namen, nombre, nome wie man das nennen möchte. Ich denke an diese Literatur wovon so hart gesprochen wird, was das genau sein soll, weiß ich nicht.

In dem Schweigen liegt die kraftvolle Macht des Erzählens.

Das geht mir ordentlich auf den Wecker, zu hören wer hauptsächlich davon spricht, wer bestimmt, was Literatur ist und was nicht. Alles ist ohne Regel. Es gibt keine detaillierte Darstellung von Kunst. Nun, das mag vielleicht ganz und gar wichtig sein oder kaum von Belangen sein. Aber was geschrieben werden musste, ist längst vorbei. Wie gesagt, ich bin geerdet bis auf jede einzelne Fußspitze. Meine Konzentration ringt um Kontrolle.

Tod ist, was empfohlen werden soll, wenn man einen guten Anfang eines der einleitenden Sätze ausschreibt, die den Zuschauer:innen bei der Stange halten soll. Damit die Neugierde steigt und die Leser:innen darauf warten sollen, wer tatsächlich gestorben ist oder wer den Mord begangen hat. War es ein Beil, den man hochgenommen auf dem Kopf eingeschlagen, dann verschwinden lässt? War es Neid, Groll, Liebe, die der Grund war, weshalb die Personen die Tat begannen haben oder ein psychologischer Hintergrund, der sich über die Jahre breitgemacht hat?

Nein, ich wollte weder manipulieren, noch die Regel befolgen, wie sie alle beginnen. Der Anfang eines um die Zeile für Zeile gefüllt werden muss, ist mit Leben. Mit Leben so wie das Blut in den Adern der Menschen rasen zeigen, dass keines von dem von äußerster Wichtigkeit ist. Oh ja, mit elektrisierendem Leben. So leicht es auch klingen mag. Beginnt alles, das atmet, sich bewegt, kriecht ein Feuerwerk, einen Hauch von Streichinstrumenten und so wie die Hand ein ganzes Orchester führt, gehen die Fingerabdrücke in Tasten, ohne es unter, dass die Haut geht, verloren.

Das, was weggelassen wird, ist das unausgesprochene Mitleid, dass dazu führt falsche Tatsachen ins Leben zu rufen, die uns zurücklassen die Aufzählungen – der zugeblieben, was wir erleben zu verschweigen, das kleinere Probleme verschweigt werden. Hier und heute wird nicht mehr verschwiegen, was gesagt werden muss. In dem Schweigen liegt die Kraftvolle macht des Erzählens:

Wir leugnen die Traumpfade, vergessen sie. Wir wachen im unbewussten auf, in uns strömen Gedanken versunken für einen kurzen Moment, nicht ahnend, wer wir sind. Wir begleiten Vögel auf ihrer Wege. Uns wachsen Haare da auf, wo wir sie erwarten. Wir zwicken uns an Stellen, die angenehm sind, halten sie für unantastbare Tabustellen des Genusses. Wir schreien rhythmisch Namen in die Nacht. Sie werden Lauter. Sie wirken belustigend auf diejenigen, die es kaum verstehen. Deshalb ist Konfrontation im richtigen Zeitpunkt so bedeutend. Im richtigen Augenblick ruhend, wartend auf die Chance, Worte haargenau benutzen zu können. Zu erweitern, über den vertikalen Wickel des Mundes nachzueifern. All dem nachzugehen an dem, was uns betrifft. Den Boden betreten, dem das Nachkommen nach uns betreten wird.

Zu begleiten mit einer Tragweite, die die Luft beben lässt, die den instrumentalen Song des Windes nach zubringen, mit einem Pinselstrich, dass vergewissert, dass das bemalte Bild die Nachzeichnungen den Ebenen und Linien nachzukommen. Das ist unsere Aufgabe, die Verantwortung zu tragen, da wo sie Eintritt. Da, wo wir längst die Türen geschlossen hätten, neu aufzutun. Dort, wo sie sich mit einem Schloss ein gelungener Trost, das schenkte, was nicht versprochen, aber eingehalten wurde. Dort, wo die in der Dunkelheit der Ton dumpf wird. Da stehen wir auf und leiten die tragweite Bäume oder Menschen pflanzen. Dann lassen wir die Tür auf.

4:47 sagte die Uhr, Silk Sonic – “Leave the door open” surrt um die Ohren. Sie kam die Tür rein, fragte ob ich ins Bett gehe. Ich nahm die Colaflasche goss sie ins Glas. Sie trank daraus, ich trank daraus. Sie öffnete den Kühlschrank mit der spät gelieferten Pizza des Abends, das beste was jetzt passieren konnte. „ Ich gehe wieder, ins Bett, ich wollte nur schauen wo du bleibst.“

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